Software für Hausübungsprogramme für Schweizer Physiotherapiepraxen: Worauf es ankommt

TL;DR
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PRAXSYS, xatla und phyzio.ch decken Terminplanung, Patientendossiers und Schweizer Abrechnungsprozesse ab. Physitrack ergänzt diese Systeme um Übungsverschreibung und Patienten-Engagement.
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Für Hausübungsprogramme ist Physitrack die stärkste Option. Die Plattform bietet über 18'000 klinisch validierte Übungsvideos, Adhärenz- und Fortschrittsdaten über PhysiApp sowie integrierte Videosprechstunden.
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Eine Praxis sollte vor dem Kauf die Bedienbarkeit für Patienten, die Unterstützung für Deutsch, Französisch und Italienisch sowie den Betrieb neben der vorhandenen Praxissoftware prüfen.
Das eigentliche Problem: Zwei verschiedene Softwarekategorien
Schweizer Praxissoftware und Software für Hausübungsprogramme erfüllen unterschiedliche Aufgaben. PRAXSYS, xatla und phyzio.ch verwalten Termine, Patientendossiers und Abrechnungsabläufe. Eine Software für Home Exercise Programs stellt dagegen Übungen bereit, übermittelt sie an Patientinnen und Patienten und erfasst deren Durchführung zwischen den Konsultationen.
PRAXSYS bietet Terminplanung, Patientendaten und tarifkonforme Versicherungsabrechnung. xatla ergänzt diese Funktionen um MediData-Abrechnung nach Schweizer Tarifen und dokumentierte Trainingsprotokolle. phyzio.ch unterstützt ausdrücklich KVG/LAMal- und LAA/UVG-Abrechnung sowie elektronische Übermittlung an Versicherer. Die verlinkten Produktseiten dieser drei Anbieter weisen keine dedizierte Video-Übungsbibliothek, App zur Bereitstellung von Hausübungen, digitale Adhärenzerfassung oder integrierte Telerehabilitation aus. Die beschriebenen Funktionen konzentrieren sich auf die Praxisverwaltung.
Für ein digitales Hausübungsprogramm muss eine Praxis ihr bestehendes Abrechnungs- und Terminsystem nicht ersetzen. Sie benötigt eine ergänzende Physiotherapie-Software für Übungsverschreibung, Patientenkommunikation und nachvollziehbare Fortschrittsdaten.
Bewertungskriterien für Hausübungsprogramm-Software
Eine geeignete Hausübungsprogramm-Software ergänzt die vorhandene Praxissoftware. Sie sollte Übungsverschreibung, Patientenbegleitung und Fernbetreuung abdecken, ohne die etablierte Terminplanung oder LAMal/LAA-Abrechnung zu ersetzen.
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Übungsbibliothek und klinische Qualität. Prüfen Sie Umfang, fachliche Prüfung und Darstellungsqualität der Übungen. Deckt die Bibliothek Ihre häufigsten Indikationen ab, und können behandelnde Fachpersonen Übungen an Belastbarkeit, Bewegungsumfang und Therapieziel anpassen?
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Bedienbarkeit der Patienten-App. Patienten sollten Programme ohne technische Unterstützung öffnen, verstehen und dokumentieren können. Testen Sie die App gezielt mit älteren oder wenig technikaffinen Personen. Gut sichtbare Videos, einfache Anweisungen und wenige Bedienungsschritte erleichtern die regelmässige Nutzung.
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Adhärenz und Fortschritt. Behandelnde Fachpersonen brauchen verwertbare Informationen statt einer blossen Versandbestätigung. Zeigt die Software, welche Übungen ein Patient absolviert hat, wie häufig er trainiert und welche Beschwerden oder Fortschritte er meldet?
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Mehrsprachigkeit. Schweizer Praxen sollten die Sprachabdeckung anhand ihrer eigenen Patientengruppen prüfen. Sind Übungsanweisungen und die Patientenoberfläche auf Deutsch, Französisch und Italienisch verfügbar, oder muss die Praxis Inhalte selbst übersetzen?
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Telehealth und Telerehabilitation. Eine integrierte Videofunktion kann Verlaufskontrollen und angeleitete Übungen ausserhalb der Praxis unterstützen. Prüfen Sie, ob behandelnde Fachpersonen während einer Fernkonsultation das Programm besprechen, Bewegungen beobachten und die Verordnung direkt anpassen können.
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Koexistenz mit vorhandener Praxissoftware. PRAXSYS, xatla oder phyzio.ch können weiterhin Termine, Patientendossiers und Abrechnung verwalten. Klären Sie deshalb, ob das HEP-Tool parallel dazu mit einem klaren Arbeitsablauf genutzt werden kann. Ein Wechsel der Schweizer Abrechnungssoftware sollte kein Auswahlkriterium sein.
Ein Pilot mit wenigen Clinicians und Patienten zeigt schneller als eine Funktionsliste, ob Verordnung, Nutzung und Verlaufskontrolle im Praxisalltag funktionieren.
Physitrack
Geeignet für
Physitrack eignet sich für Schweizer Physiotherapiepraxen, die digitale Hausübungsprogramme verschreiben und die Mitarbeit ihrer Patienten zwischen Terminen verfolgen möchten. Für diese Aufgabe bietet Physitrack die stärkste Kombination aus Übungsbibliothek, Patienten-App, Telehealth und Sprachunterstützung.
Was es ist
Physitrack ergänzt die Praxissoftware um Übungsverschreibung und digitale Patientenbegleitung. Behandelnde Fachpersonen erstellen individuelle Programme, senden sie an Patientinnen und Patienten und prüfen deren Adhärenz und Fortschritt.
Physitrack ersetzt keine Schweizer Physiotherapie-Software für LAMal- oder LAA-Abrechnung, Terminplanung und Patientendossiers. Eine Praxis nutzt Physitrack neben PRAXSYS, xatla oder phyzio.ch und behält ihr bestehendes System für administrative und finanzielle Abläufe.
Vorteile
- Die Bibliothek enthält mehr als 18'000 klinisch validierte Übungsvideos. Behandelnde Fachpersonen können dadurch passende Übungen auswählen, ohne eigene Videos aufnehmen oder uneinheitliche externe Quellen verwenden zu müssen.
- PhysiApp liefert Patienten ihre Übungen auf dem Smartphone oder Tablet. Die App erfasst absolvierte Aktivitäten sowie gemeldete Fortschritte und macht diese Angaben für behandelnde Fachpersonen sichtbar.
- Die integrierte Telehealth-Funktion unterstützt Video-Konsultationen innerhalb der Plattform. Eine Praxis kann damit Programme aus der Ferne besprechen, Bewegungen beobachten und Übungen anpassen.
- Die Übungsbibliothek unterstützt 14 Sprachen. Schweizer Praxen können damit einen grossen Teil ihrer deutsch-, französisch- und italienischsprachigen Patientengruppen in der jeweils passenden Sprache betreuen.
- Physitrack konzentriert sich auf die Zeit zwischen den Praxisbesuchen. Das vorhandene Schweizer Abrechnungs- und Terminsystem bleibt dabei bestehen.
Nachteile
- Physitrack führt eine zusätzliche Anwendung in den Praxisalltag ein. Die Praxis sollte deshalb vorab festlegen, welche Informationen im Abrechnungssystem und welche in Physitrack gepflegt werden.
- Das Nebeneinander mit PRAXSYS, xatla oder phyzio.ch bedeutet nicht automatisch einen direkten Datenaustausch. Eine Praxis sollte verfügbare Integrationen und mögliche Doppelarbeit im Verkaufsgespräch prüfen.
- Patienten mit geringer digitaler Erfahrung benötigen möglicherweise eine kurze Einführung in PhysiApp. Ein Pilot mit älteren oder wenig technikaffinen Patienten zeigt, wie viel Unterstützung tatsächlich nötig ist.
Preise
Prüfen Sie vor dem Pilotprojekt die aktuellen Schweizer Konditionen, die enthaltenen Funktionen und die verfügbare Testdauer direkt bei Physitrack.
PRAXSYS
Geeignet für Schweizer Physiotherapiepraxen, die Terminplanung, Patientendossiers und tarifkonforme Abrechnung in einer cloudbasierten Lösung verwalten möchten.
Produktart PRAXSYS ist eine Schweizer Physiotherapie-Software für die Praxisverwaltung. Sie verbindet Kalender, Onlinebuchung, Behandlungsinformationen, Rechnungen und Zahlungskontrolle.
Vorteile Die Software funktioniert ohne lokale Installation auf verschiedenen Geräten. Das X-Large-Paket unterstützt zudem elektronische Rechnungen an Versicherer sowie Kostengutsprachen und Verordnungen.
Nachteile Die verlinkte Produktseite von PRAXSYS weist keine dedizierte Video-Übungsbibliothek, App zur Bereitstellung von Hausübungen, Adhärenzverfolgung oder integrierte Videosprechstunde aus. Verordnungen beziehen sich hier auf administrative Versicherungsabläufe, nicht auf klinische Übungsprogramme. Eine separate Home-Exercise-Program-Lösung kann diese Lücke ergänzen, ohne PRAXSYS zu ersetzen.
Preise Das Large-Paket kostet bei jährlicher Zahlung ab CHF 30 pro Monat. X-Large beginnt bei CHF 40 pro Monat. Bei monatlicher Abrechnung liegen die Preise bei CHF 34.80 beziehungsweise CHF 44.80. Eine kostenlose 30-tägige Testphase steht zur Verfügung.
xatla (xatlaMed)
Geeignet für
Schweizer Physio-, Ergo- und weitere Therapiepraxen, die Terminplanung, Dokumentation und lokale Abrechnung in einer cloudbasierten Praxissoftware bündeln möchten.
Produktart
xatlaMed verwaltet Patientendossiers, Anamnesen, Termine, Onlinebuchungen und Rechnungen über MediData. Die Software unterstützt unter anderem die Physiotherapietarife 311 und 312.
Vorteile
xatlaMed bietet Mehrbenutzerzugänge, gemeinsam verwaltete Ressourcen und konfigurierbare Zugriffsrechte. Praxen können Leistungen erfassen, Zahlungen überwachen und Patientinnen und Patienten per SMS an Termine erinnern.
Nachteile
Die erwähnten «Trainingsprotokolle» dokumentieren Therapiepläne und Fortschritte im Patientendossier. Die verlinkte Produktseite von xatlaMed weist keine dedizierte Video-Übungsbibliothek, App zur Bereitstellung von Hausübungen, appgestützte Adhärenzmessung oder integrierte Videosprechstunde aus. Für digitale Hausübungsprogramme braucht die Praxis daher eine ergänzende Lösung.
Preise
Die Preise beginnen bei CHF 39 pro Monat und richten sich nach Lizenz, Speicher und Nutzerzahl. Enthalten sind 10 GB Dokumentenspeicher, MediData-Abrechnung, Support und Onlinebuchung. SMS-Erinnerungen kosten CHF 0.10 pro Nachricht. Eine 30-tägige Testphase und eine Einführungsschulung sind kostenlos.
phyzio.ch
Geeignet für Schweizer Physiotherapiepraxen, die eine etablierte Lösung für Terminplanung, Patientendossiers und LAMal/LAA-Abrechnung suchen.
Produktart phyzio.ch ist eine webbasierte Praxissoftware von agenda.ch. Mehr als 900 Physiotherapeuten in der französisch- und deutschsprachigen Schweiz nutzen sie seit 2012.
Vorteile Die Software berechnet Schweizer Tarifpositionen, übermittelt Rechnungen elektronisch und unterstützt die Debitorenkontrolle. Terminverwaltung, Erinnerungen, Behandlungsnotizen und Dokumentenablage decken wesentliche administrative Aufgaben ab. phyzio.ch nennt Schweizer Hosting als Produktmerkmal.
Nachteile Die verlinkte Produktseite von phyzio.ch weist keine dedizierte Video-Übungsbibliothek, App zur Bereitstellung von Hausübungen, Adhärenzmessung oder integrierte Telerehabilitation aus. Für digitale Hausübungsprogramme braucht die Praxis daher eine ergänzende Lösung wie Physitrack. Beide Produkte erfüllen unterschiedliche Aufgaben und können nebeneinander eingesetzt werden.
Preise Das Basisabonnement kostet bei jährlicher Zahlung CHF 54 pro Therapeut und Monat. Das optionale Modul für LAMal/LAA-Abrechnung kostet zusätzlich CHF 18 monatlich pro Konto. Eine kostenlose Testphase von 30 Tagen steht zur Verfügung.
Vergleichstabelle: Zwei sich ergänzende Software-Kategorien
Eine Schweizer Praxis kann PRAXSYS, xatla oder phyzio.ch weiterführen und Physitrack als ergänzende Schicht für Hausübungen und Patientenbetreuung einsetzen.
Wie eine Schweizer Praxis die Einführung angehen sollte
Starten Sie mit einer begrenzten Testphase und behalten Sie Ihre bestehende Abrechnungssoftware bei. Testen Sie Physitrack mit einer kleinen Patientengruppe, zu der auch ältere oder wenig technikaffine Personen gehören.
Prüfen Sie, ob Patienten Übungen selbstständig öffnen, verstehen und dokumentieren können. Testen Sie die tatsächlich benötigten Inhalte auf Deutsch, Französisch oder Italienisch. Erfassen Sie zugleich, ob behandelnde Fachpersonen Adhärenz, Beschwerden und Fortschritte ohne zusätzlichen Dokumentationsaufwand überblicken können.
Entscheiden Sie nach dem Pilotprojekt, ob die Software die Übungsverschreibung und Betreuung zwischen den Terminen verbessert, ohne unnötige Doppeldokumentation neben Ihrem bestehenden LAMal- oder LAA-System zu verursachen.
Häufig gestellte Fragen
Muss ich mein bestehendes Abrechnungssystem wechseln?
Nein. PRAXSYS, xatla und phyzio.ch bleiben für Terminplanung, Patientendossiers und Schweizer Abrechnung zuständig. Physitrack ergänzt diese Systeme um Übungsverschreibung, Patientenbegleitung und Adhärenz-Tracking.
Wie funktioniert die Mehrsprachigkeit für deutsch-, französisch- und italienischsprachige Patienten?
Physitrack bietet seine Übungsbibliothek in 14 Sprachen an. Behandelnde Fachpersonen sollten während der Testphase prüfen, ob alle benötigten Übungen und Patientenanweisungen in der gewünschten Sprache verfügbar und verständlich formuliert sind.
Was bedeutet Telerehabilitation konkret in einer Schweizer Praxis?
Behandelnde Fachpersonen können über Physitrack Videokonsultationen durchführen und den Übungsverlauf zwischen Praxisbesuchen verfolgen. Die Praxis legt selbst fest, welche Termine sich für eine Fernkonsultation eignen und wann eine Untersuchung vor Ort nötig bleibt.
Wie misst Physitrack die Adhärenz und wer sieht die Daten?
PhysiApp erfasst, ob Patienten zugewiesene Aktivitäten bearbeiten, und kann Fortschritts- sowie Beschwerdeangaben übermitteln. Behandelnde Fachpersonen sehen diese Informationen im klinischen Dashboard und können das Heimübungsprogramm bei Bedarf anpassen.
Brauchen Patienten technische Vorkenntnisse?
Patienten greifen über PhysiApp auf Videos und Anweisungen zu. Eine Pilotgruppe mit älteren oder weniger technikaffinen Patienten zeigt am zuverlässigsten, ob Anmeldung, Navigation und Rückmeldungen im Praxisalltag verständlich genug sind.
