Physitrack ePA-Integration: Kompatibilität mit ORBIS, i.s.h.med & FHIR
Physitrack und die ePA — Kompatibilität auf einen Blick
Physitrack bindet sich über FHIR-basierte Schnittstellen in die deutsche ePA-Infrastruktur ein und verbindet sich mit gängigen KIS-Systemen über etablierte Standards. Die Integration läuft über dieselbe FHIR- und API-Architektur wie die Epic-Anbindung — ohne kundenspezifische IT-Eigenentwicklung auf Ihrer Seite. Die Plattform ist DSGVO-konform und wird durch ein ISO-27001-zertifiziertes Sicherheitsmanagementsystem abgesichert.
Wichtig für Ihre Bewertung. Physitrack ist keine ePA-Primäranwendung und ersetzt nicht Ihre Patientenakte. Die Plattform dient dem klinischen Patientenengagement und wird in die bestehende ePA-Infrastruktur eingebunden, nicht umgekehrt.
Was ePA-Kompatibilität für PT-Software in Deutschland bedeutet
gematik definiert FHIR R4 als verbindlichen Datenaustauschstandard für die ePA. Für die TI-Anbindung selbst sind gematik-zertifizierte Konnektoren erforderlich — diese Pflicht liegt beim Krankenhausinformationssystem, nicht bei angebundener Fachsoftware. EU-Datenhaltung ist eine verbreitete Beschaffungsanforderung deutscher Kliniken, die Sie im Vergabeprozess schriftlich absichern sollten. Eine PT-Plattform wie Physitrack agiert als angebundene Fachsoftware, die strukturierte Daten liest und zurückschreibt — nicht als ePA-Primäranwendung.
Die ePA-Pflicht trifft seit 2025 zunächst die GKV-Versicherten selbst. Davon zu trennen sind die Anforderungen an Software, die mit der Akte interagiert. Ihr Krankenhausinformationssystem trägt die TI-Anbindung. Physitrack hängt sich über FHIR- und HL7-Schnittstellen an dieses bereits angebundene KIS an, statt eine eigene TI-Verbindung aufzubauen.
Physitrack besitzt keinen DiGA-Status und ist nicht im DiGA-Verzeichnis des BfArM gelistet. Das schränkt die ePA-Kompatibilität nicht ein. DiGA bezeichnet erstattungsfähige digitale Gesundheitsanwendungen für die Selbstanwendung durch Versicherte. Physitrack arbeitet als klinische Engagement-Plattform innerhalb der Therapie, nicht als verschreibungsfähige App. Für Beschaffungsteams trennen sich damit zwei Bewertungspfade, die häufig vermischt werden.
Unterstützte Integrationsstandards FHIR R4 und HL7
Für den deutschen Markt ist FHIR R4 der entscheidende Standard, da gematik ihn für die ePA verbindlich vorschreibt. Physitrack verbindet sich über eine FHIR- und API-basierte Integration mit klinischen Systemen, wie die Epic-Anbindung ausdrücklich dokumentiert. Strukturierte Daten fließen als durchsuchbare klinische Felder in die Patientenakte, nicht als Freitext-Notizen (Physitrack Epic-Integration).
Viele deutsche KIS-Systeme arbeiten weiterhin mit HL7 v2 und v3 als Nachrichtenformat. ORBIS und i.s.h.med tauschen Patientendaten häufig über HL7-ADT-Feeds aus, etwa Aufnahme-, Verlegungs- und Entlassungsmeldungen. Eine FHIR-fähige Plattform wie Physitrack lässt sich über Middleware an diese HL7-Schicht anbinden.
Daneben spielen IHE-Profile wie XDS, PIX und PDQ eine Rolle: Sie regeln Dokumentenaustausch und Patientenidentifikation in deutschen Krankenhaus-IT-Umgebungen. SMART on FHIR liefert die OAuth2-basierte Autorisierung, mit der Drittanbieter-Apps sicher auf EHR-Daten zugreifen — das ist dasselbe Muster, das Physitrack bereits bei Epic einsetzt.
Eine explizite HL7-Unterstützung wird in den verfügbaren Physitrack-Quellen nicht direkt benannt. Realistisch positioniert sich die Plattform als FHIR-nativ und middleware-kompatibel zu HL7. Die konkrete HL7-Anbindung an ein bestimmtes KIS klären Sie am besten direkt mit dem Physitrack-Implementierungsteam.
Kompatibilität mit ORBIS (Dedalus) und i.s.h.med (Oracle Health)
ORBIS von Dedalus und i.s.h.med von Oracle Health dominieren den deutschen Krankenhausmarkt (kma Online). i.s.h.med läuft in mehr als 700 Krankenhäusern weltweit und ist vollständig in SAP for Healthcare eingebettet. ORBIS gilt als Marktführer in deutschen Kliniken und bewegt sich zunehmend von HL7 in Richtung FHIR-APIs.
Beide Systeme lassen sich auf zwei Wegen anbinden. Wir nutzen FHIR-REST-APIs für strukturierten Datenaustausch, analog zur belegten Epic-Integration. Für ältere Schnittstellen greift die Anbindung auf HL7-ADT-Feeds zurück, häufig über Middleware wie Mirth Connect oder InterSystems HealthShare.
Für ältere oder komplexere Anbindungen lässt sich zusätzlich ein spezialisierter Integrationsdienstleister einbinden, der ORBIS und i.s.h.med ausdrücklich unter den unterstützten KIS-Systemen führt. Der dort dokumentierte Vier-Schritte-Prozess beschreibt ein realistisches Vorgehen. Sie starten mit einer Anforderungsanalyse, die relevante Systeme und Standards festlegt. Es folgen API-Entwicklung, ausführliches Testing für Stabilität und Sicherheit sowie strukturierter Rollout mit laufendem Support.
In den öffentlich verfügbaren Quellen sind keine namentlich bestätigten Live-Integrationen von Physitrack mit ORBIS oder i.s.h.med belegt. Die FHIR- und API-basierte Anbindung von Physitrack erfüllt die technischen Voraussetzungen für eine solche Anbindung. Die konkrete Integrationstiefe für Ihr Haus klären Sie am besten direkt mit dem Physitrack-Implementierungsteam, das Standards und Endpunkte Ihres KIS gemeinsam mit Ihnen prüft.
Kompatibilitätsübersicht Physitrack und deutsche KIS-Systeme
Die folgende Übersicht fasst zusammen, wie Physitrack sich mit den verbreiteten deutschen KIS-Systemen verbinden lässt. Sie dient als Ausgangspunkt für das technische Gespräch, nicht als verbindliche Zusage einzelner Live-Integrationen.
Die Epic-Zeile zeigt, welche Integrationstiefe Physitrack technisch bereits liefert. Bei Epic launchen Sie Physitrack per Single Sign-On aus der Patientenakte, und Adherenz- sowie Outcome-Daten fließen als strukturierte Felder zurück (Physitrack).
Die Angaben basieren auf verfügbaren technischen Spezifikationen. Eine projektspezifische Bestätigung durch das Physitrack-Implementierungsteam wird empfohlen.
Datenflüsse und was synchronisiert wird
Physitrack staffelt die Integration in drei Ebenen, die festlegen, wie tief Daten zwischen Ihrem KIS und der Plattform fließen. Auf der ersten Ebene starten Behandler Physitrack per Single Sign-On aus dem KIS heraus. Dabei werden Stammdaten des Patienten übernommen. Die zweite Ebene ergänzt einen PDF-Rückschrieb des zugewiesenen Übungsprogramms in die Akte.
Die dritte Ebene, der Deep Data Sync, schreibt strukturierte Adherenz- und Fragebogendaten zurück (Physitrack). Programme lassen sich direkt aus dem KIS zuweisen, und der Datenverlust zwischen den Systemen liegt nahe null.
Über diese Ebenen bewegen sich klar abgegrenzte Datenkategorien. Patientendemografie und Diagnosen oder Überweisungen fließen in Physitrack hinein. Übungsprogramme (HEP), Adherenz-Metriken und patientenberichtete Outcomes fließen zurück in die Akte.
Diagnostische Bildgebung ordnen Sie vorsichtiger ein. Eine Metadaten-Referenzierung auf vorhandene Bildstudien ist als zusätzliche Ebene denkbar. Eine vollständige DICOM-Übertragung gehört nicht zum Standardumfang und sollte projektspezifisch geklärt werden.
Entscheidend für Beschaffungsteams ist die Form der Rückschreibung. In der Epic-Anbindung erscheinen HEP-Programme, Outcomes und Monitoring-Daten als diskrete, durchsuchbare klinische Felder, nicht als Textnotizen oder PDF-Anhänge (Physitrack). Dadurch werden die Daten in deutschen KIS-Systemen klinisch auswertbar.
Implementierung, Zeitplan und IT-Anforderungen
Eine Anbindung von Physitrack an Ihr KIS läuft in vier Phasen. In der Anforderungsanalyse benennen Sie das Zielsystem und legen die Standards fest (FHIR R4, HL7). Danach folgt die API-Anbindung an die vorhandenen Schnittstellen Ihres KIS, anschließend Tests auf Interoperabilität, Stabilität und Sicherheit. Den Abschluss bildet ein strukturierter Rollout mit laufendem Support. Belastbare Tagesangaben für ORBIS oder i.s.h.med sind öffentlich nicht dokumentiert. Planen Sie projektabhängig.
Auf IT-Seite brauchen Sie wenig Neues. Ihr KIS sollte bestehende FHIR- oder HL7-Endpunkte bereitstellen, dazu kommen Netzwerkfreigaben und eine SSO-Infrastruktur über SAML oder OAuth2. Mehr verlangt der Standardfall nicht.
Eine kundenspezifische Eigenentwicklung Ihrerseits entfällt. Physitrack bringt vorkonfigurierte Integrationsmodule mit, die an etablierte Standards andocken statt an proprietäre Einzellösungen. Ihr Team stellt die Schnittstellen bereit, die Anbindungslogik liefert der Anbieter.
Zentraler Projektpartner ist das Physitrack-Implementierungsteam. Es führt durch alle vier Phasen, koordiniert mit Ihrer IT und dem KIS-Hersteller und dient als Eskalationspfad bei technischen Fragen. Klären Sie Ansprechpartner und Reaktionszeiten vertraglich vor dem Start.
Datenschutz, EU-Hosting und DSGVO-Konformität
Physitrack ist beim britischen ICO registriert und erklärt die eigene Plattform als DSGVO-konform (Physitrack Features). Für ePA-kompatible Fachsoftware reicht diese Erklärung allein nicht. Fragen Sie im Beschaffungsprozess explizit nach dem Serverstandort und einer dokumentierten EU-Datenhaltung, da deutsche Kliniken Patientendaten innerhalb der EU verarbeiten müssen.
Auf der technischen Seite verschlüsselt Physitrack den gesamten Datenverkehr im Transit und sichert gespeicherte Daten verschlüsselt über mehrere Jahre. Physitrack betreibt ein ISO 27001-zertifiziertes Informationssicherheits-Managementsystem. Das SRE-Team überwacht die Verfügbarkeit rund um die Uhr und führt regelmäßige Schwachstellen-Scans durch. Zugriffsprotokolle erfassen Zeitstempel und IP-Adressen, was für Audits und Nachvollziehbarkeit relevant ist.
Physitrack erfüllt zusätzlich HIPAA-Standards. Dieses Signal stammt aus dem US-Gesundheitsmarkt und ersetzt keine DSGVO-Prüfung, belegt aber internationale Sicherheitsreife. Behandeln Sie HIPAA als ergänzenden Beleg, nicht als Ersatz für die schriftliche EU-Hosting-Zusage, die Sie für Ihre Beschaffungsakte benötigen.
Zertifizierungen ISO 27001 und ISO 13485
Physitrack hält eine ISO 27001-Zertifizierung für sein Informationssicherheits-Managementsystem (Physitrack Features). Das SRE-Team überwacht die Plattform rund um die Uhr und verantwortet die operative Sicherheit. Diese Zertifizierung deckt Ihre Anforderungen an dokumentierte Sicherheitsprozesse im Beschaffungsverfahren ab.
ISO 13485 betrifft das Qualitätsmanagement für Medizinprodukte. Die verfügbaren Physitrack-Quellen weisen diese Zertifizierung nicht direkt aus. Formulieren Sie sie als konkrete Beschaffungsfrage und fordern Sie den schriftlichen Nachweis an.
Physitrack hält eine FDA-Registrierung als Medizinprodukt, die das Unternehmen für die RTM-Abrechnung benötigt (Physitrack Epic-Integration). Werten Sie das als internationales Compliance-Signal, nicht als Ersatz für ein europäisches Zertifikat.
Verlangen Sie für jede genannte Norm das aktuelle Zertifikat mit Gültigkeitsdatum und Zertifizierungsstelle. So sichern Sie Ihre Dokumentationspflicht im Beschaffungsprozess ab.
Häufige Fragen für Beschaffungsteams
Ist Physitrack eine DiGA?
Nein. Physitrack hat keinen DiGA-Status und ist nicht im DiGA-Verzeichnis des BfArM gelistet. Physitrack ist eine klinische Patientenengagement-Plattform, die Sie in Ihre bestehende KIS-Umgebung einbinden, keine vom Arzt verordnungsfähige App auf Rezept.
Welche IT-Ressourcen brauchen wir intern?
Sie benötigen vorhandene FHIR- oder HL7-Endpunkte in Ihrem KIS, Netzwerkfreigaben für die API-Verbindung und eine SSO-Infrastruktur über SAML oder OAuth2. Eine kundenspezifische Eigenentwicklung ist nicht erforderlich.
Wie lange dauert eine Integration mit ORBIS oder i.s.h.med?
Die Integrationsdauer hängt von Ihren vorhandenen Schnittstellen und der gewünschten Integrationstiefe ab. Bei Physitrack läuft die Anbindung in vier Phasen, von der Anforderungsanalyse bis zum Rollout. Verbindlich planbare Zeitangaben liefert Ihnen das Physitrack-Implementierungsteam nach der Anforderungsanalyse, was Ihnen eine belastbare Projektplanung ermöglicht.
Wo werden unsere Patientendaten gespeichert?
Physitrack ist DSGVO-konform und bei der ICO registriert. Den konkreten Serverstandort und die EU-Datenresidenz sollten Sie schriftlich beim Anbieter bestätigen lassen.
Unterstützt Physitrack die TI-Anbindungspflicht ab 2027?
Die TI-Anbindungspflicht betrifft Leistungserbringer, die sich über gematik-zertifizierte Konnektoren an die Telematikinfrastruktur anschließen müssen. Physitrack agiert als Fachsoftware, die an Ihr bereits TI-angebundenes KIS andockt — eine eigene TI-Verbindung baut Physitrack nicht auf. Die genauen Anforderungen für Heilmittelerbringer entwickeln sich regulatorisch weiter. Sprechen Sie das Physitrack-Implementierungsteam direkt an, um den für Ihr Haus passenden Anbindungsweg zu klären.
Nächste Schritte für Klinik-Netzwerke und Beschaffungsverantwortliche
Sprechen Sie mit dem Physitrack-Team über ein technisches Integrationsgespräch, bevor Sie Architekturentscheidungen treffen. Das Implementierungsteam prüft Ihre konkrete KIS-Umgebung und benennt die realistische Integrationstiefe für ORBIS oder i.s.h.med.
Das erste Gespräch wird produktiver, wenn Sie drei Punkte vorbereiten: Ihr KIS-System mit den vorhandenen FHIR- oder HL7-Endpunkten, die gewünschte Integrationstiefe von SSO bis Deep Data Sync, und Ihre Datenschutzanforderungen — insbesondere Serverstandort und EU-Datenhaltung.
Mit diesen drei Antworten verkürzen Sie die Anforderungsanalyse und erhalten eine belastbare Aufwandsschätzung statt einer Produktdemo.