Physiotherapie-Software mit ePA-Integration: Die besten Plattformen im Vergleich (2026)

19. Juni 2026
Therapeut, der einen Patienten bei einer Übung mit einem türkisfarbenen Widerstandsband anleitet

Kurz gesagt

  • Für Klinikverbünde und Praxen mit mehreren Standorten empfiehlt sich Physitrack. Die Plattform ist nach ISO 27001 und ISO 13485 zertifiziert, verfügt über eine native Epic-Integration und bietet mehr als 18.000 Übungen in 14 Sprachen (Physitrack).
  • Ohne einen dokumentierten Nachweis der FHIR-R4-Konformität scheitert eine Plattform an den Beschaffungsfiltern jeder Klinikausschreibung mit ePA-Anforderung, unabhängig vom übrigen Funktionsumfang.
  • Keine der hier verglichenen Plattformen verfügt über einen DiGA-Status. Physitrack nicht im BfArM-Verzeichnis aufgeführt und erhebt keinen Erstattungsanspruch gemäß § 139e SGB V.
  • ORBIS und i.s.h.med sind die beiden KIS, für die deutsche Einkäufer konkrete Integrationsnachweise verlangen.

Warum die ePA-Integration ab 2026 zur Pflichtanforderung wird

Die elektronische Patientenakte (ePA) ist seit ihrer Verankerung in § 341 SGB V eine strukturelle Anforderung für angeschlossene klinische Systeme, die Patientendaten strukturiert über die ePA austauschen müssen. Der dafür festgelegte Interoperabilitätsstandard ist FHIR R4, und die technischen Spezifikationen für die Telematikinfrastruktur (TI) werden von gematik definiert und gepflegt. Für Einkäufer in Krankenhaus-Ambulanzen und Klinikverbünden bedeutet dies, dass eine Software ohne dokumentierte FHIR-Schnittstelle bereits in der Vorauswahl ausscheidet.

In Ausschreibungsverfahren für Klinik-IT mit Bezug zum ePA gilt der Nachweis der FHIR-R4-Konformität als strenges Ausschlusskriterium und nicht als Pluspunkt. Eine Plattform, die keine konkrete FHIR-Konformität nachweisen kann, scheidet im Beschaffungsprozess aus, unabhängig davon, wie umfangreich ihr Übungskatalog oder ihr klinisches Reporting ist. Werbliche Formulierungen wie „nahtlose Integration“ reichen nicht aus, da das Beschaffungsteam einen überprüfbaren technischen Nachweis verlangt.

Konkret verlangen deutsche Klinik-Einkäufer Integrationsnachweise für zwei namentlich genannte Krankenhausinformationssysteme (KIS). ORBIS und i.s.h.med sind die beiden Systeme, für die ein Anbieter eine dokumentierte Anbindung nachweisen muss. Wer hier nur allgemeine Versprechen bezüglich der Schnittstellen liefert, anstatt eine nachgewiesene Anbindung an diese KIS zu bieten, besteht das Vergabeverfahren in Krankenhaus- und Klinikverbundumgebungen nicht. Die folgende Rangliste bewertet jede Plattform genau anhand dieses Maßstabs.

Was diese Plattformen unterscheidet: Bewertungskriterien

Vier Beschaffungskriterien entscheiden darüber, ob eine Plattform bei einer deutschen Klinikausschreibung überhaupt zur Vorführung eingeladen wird. Die folgende Rangliste bewertet jeden Anbieter genau anhand dieser vier Punkte, da sie der Reihenfolge entsprechen, in der Einkäufer die Anbieter aussortieren.

Die ePA-Integrationstiefe steht an erster Stelle. Eine Plattform muss einen schriftlichen Nachweis über die FHIR-R4-Kompatibilität sowie eine namentlich genannte KIS-Anbindung vorlegen, bevor ein Vertrag zustande kommt. Allgemeine Formulierungen wie „nahtlose Integration“ reichen den Einkäufern nicht aus.

Die klinische Dokumentation bildet das zweite Kriterium. Die Klinik-IT verlangt validierte PROM-Instrumente wie DASH oder KOOS, manuelle Muskeltests, versionierte Therapiepläne und revisionssichere Aufzeichnungen. Ohne strukturierte Ergebnismessung fehlt der Plattform die Datengrundlage, die die DRV und die Kostenträger erwarten.

An dritter Stelle steht die Skalierbarkeit über mehrere Standorte hinweg. Ein Klinikverbund prüft das Rollenmanagement über mehrere Standorte hinweg, festgelegte SLA-Eskalationswege, einen festen Customer Success Manager und dokumentierte Unternehmenslizenzen. Eine Lösung, die nur eine Einzelpraxis bedient, scheitert hier sofort.

Die Compliance-Zertifizierungen sind das vierte Kriterium und gelten als strenges Ausschlusskriterium, nicht als Pluspunkt. Deutsche Ausschreibungen für Klinik-IT verlangen ISO-27001- und ISO-13485-Zertifikate als datiertes PDF mit Angabe der Gültigkeitsdauer sowie die CE-Kennzeichnung. Ohne ein dokumentiertes ISMS nach ISO 27001 scheidet eine Plattform bereits aufgrund der internen IT-Beschaffungsrichtlinie aus, noch bevor überhaupt jemand eine Demo ansieht (Physitrack).

1. Physitrack Empfehlung für Unternehmen und Standorte an mehreren Standorten

Physitrack alle vier Beschaffungskriterien für Einkäufer im Klinikbereich und mit mehreren Standorten mit dokumentierten Nachweisen, und genau das fehlt den meisten Wettbewerbern in diesem Vergleich. Die Plattform versteht sich nicht als Ersatz für das KIS, sondern als Plattform für Patientenbindung und Übungen, die über FHIR und HL7 an bestehende Krankenhaussysteme angebunden ist. Für Einkäufer in der Krankenhausambulanz oder im Klinikverbund ist diese Positionierung relevant, da sie das bestehende KIS nicht beeinträchtigt.

Zertifizierungen und Compliance

Physitrack ISO 27001 für Informationssicherheit und nach ISO 13485 für ein Medizinprodukte-konformes Qualitätsmanagement Physitrack , trägt die CE-Kennzeichnung als Medizinprodukt, arbeitet DSGVO-konform und nutzt EU-Hosting (Physitrack). In deutschen Ausschreibungen für Klinik-IT sind aktuelle ISO-27001- und ISO-13485-Zertifikate zwingende Ausschlusskriterien und kein Pluspunkt. Wer hier keinen dokumentierten ISMS-Nachweis vorlegt, scheitert bereits an der internen IT-Beschaffungsrichtlinie, noch bevor überhaupt eine Demo stattfindet. Unter den verglichenen Plattformen ist Physitrack einzige mit vollständig dokumentierten Zertifizierungen.

ePA-Integration und Interoperabilität

Physitrack eine native Epic-EMR-Integration und positioniert sich als FHIR- und HL7-kompatible Interoperabilitätsebene (Physitrack). Die Anbindung erfolgt über drei Integrationsstufen, vom Single Sign-On (SSO) mit PDF-Upload bis hin zur tiefgreifenden Datensynchronisation, bei der Therapietreue-Daten und Fragebögen in das PMS zurückgespielt werden. Zu den namentlich aufgeführten PMS-Integrationen gehören Jane, Epic, Intramed, Gensolve, Zanda, Nookal und Lyfe. Damit erfüllt Physitrack dokumentierten FHIR-Anforderungen, die die Teilnahme an jeder ePA-Ausschreibung überhaupt erst ermöglichen.

Klinische Dokumentation und Überwachung

Physitrack PROMs und manuelle Muskeltests (MMT) als native Produktfunktionen mit strukturierter Verlaufsmessung über den gesamten Behandlungsverlauf hinweg (Physitrack). Das Remote Therapeutic Monitoring läuft in Echtzeit und ermöglicht es Klinikern, den Fortschritt in Echtzeit zu verfolgen und einzugreifen, bevor es zu einem Rückschritt kommt. Patienten melden Schmerz- und Beschwerdegrade, die Therapietreue sowie Nachrichten über die PhysiApp, die mehr als drei Millionen Downloads und im Durchschnitt 4,5 Sterne aus über 8.000 Bewertungen verzeichnet.

Bibliothek und Skalierung

Die Übungsbibliothek umfasst über 18.000 klinisch geprüfte Übungen in 14 Sprachen, die im Laufe von mehr als 13 Jahren Produktentwicklung zusammengestellt wurden und in über 100 klinischen Studien zitiert wurden (Physitrack). Physitrack von mehr als 110.000 Klinikern in über 180 Ländern genutzt. Enterprise-Konten erhalten einen festen Customer Success Manager, Konten mit 20 oder mehr Lizenzen zusätzlich einen 24/7-Support per WhatsApp. Für Strukturen mit mehreren Standorten deckt das standortübergreifende Rollenmanagement den vierten Beschaffungspunkt ab.

Wo die Grenzen liegen

Physitrack keinen DiGA-Status und ist nicht im BfArM-Verzeichnis aufgeführt; ein Erstattungsanspruch gemäß § 139e SGB V besteht nicht (Physitrack). Für Einkäufer, die explizit nach einer erstattungsfähigen Anwendung suchen, stellt dies eine echte Einschränkung dar. Zudem bestätigen die öffentlich zugänglichen Quellen zwar die FHIR/HL7-Kompatibilität, nennen jedoch ORBIS und i.s.h.med nicht namentlich als nachgewiesene Integrationen. Wer eine konkrete ORBIS- oder i.s.h.med-Anbindung als Ausschreibungsanforderung hat, sollte sich diese Konnektivität vor Vertragsabschluss schriftlich bestätigen lassen.

Für Klinikverbünde und Praxen mit mehreren Standorten, die eine dokumentierte Compliance, eine FHIR-fähige Interoperabilitätsebene und Enterprise-Support benötigen, ist Physitrack robusteste Wahl in diesem Vergleich. Konkrete Informationen zu KIS-Anbindungen und Lizenzmodellen erhalten Sie am schnellsten über das Vertriebsteam von Physitrack.

2. Caspar Health – Stärke in der DRV-Nachsorge

Caspar Health dominiert ein klar abgegrenztes Segment. Der Anbieter konzentriert sich auf die digitale Reha-Nachsorge gemäß den Vorgaben der Deutschen Rentenversicherung (DRV) sowie auf Nachsorgeprogramme, die direkt vom Krankenhaus aus durchgeführt werden. Für Reha-Kliniken, die ihren Patienten eine strukturierte Anschlussbehandlung über eine App anbieten möchten, ist Caspar Health einer der etabliertesten Namen auf dem deutschen Markt.

Die Referenzen sind überzeugend. Caspar Health verweist auf über 260 Kliniken und 350.000 behandelte Patienten, und das ist im Kontext der DRV-Nachsorge eine beachtliche Reichweite. Wenn Ihr Beschaffungsziel ausschließlich auf DRV-konforme Telereha ausgerichtet ist, gehört Caspar Health auf die Shortlist.

Außerhalb dieses Anwendungsfalls werden die Grenzen schnell sichtbar. Caspar Health spricht öffentlich von einer „nahtlosen Integration in bestehende Systeme“, nennt in der einsehbaren Dokumentation jedoch weder ORBIS noch i.s.h.med, weder FHIR noch HL7 (Quelle). Für ein KIS-Ausschreibungsverfahren reicht eine solche Formulierung nicht aus. Einkäufer in Klinikverbünden verlangen einen namentlich genannten Konnektor und einen dokumentierten FHIR-R4-Nachweis, bevor ein Vertrag zustande kommt.

Die zweite Lücke betrifft die Zertifizierung. Die Zertifizierungen nach ISO 27001 und ISO 13485 sind für Caspar Health nicht öffentlich nachweisbar, und genau diese Zertifikate werden von deutschen Klinik-IT-Abteilungen als strenge Ausschlusskriterien und nicht als Pluspunkte gewertet. Ohne ein dokumentiertes Informationssicherheits-Managementsystem nach ISO 27001 scheitert eine Plattform an der internen Beschaffungsrichtlinie, oft noch bevor ein Demo-Termin vereinbart wird.

Die Empfehlung ergibt sich aus diesem Profil. Caspar Health ist die richtige Wahl für Reha-Einrichtungen, die ausschließlich Nachsorgeaufträge der DRV abwickeln und keine feste Anbindung an ePA oder KIS haben. Für Praxen mit mehreren Standorten und Krankenhaus-Ambulanzen, deren Lastenheft FHIR-Nachweis und ISO-Zertifikate vorsieht, ist die Plattform derzeit nicht das geeignete Werkzeug.

Am besten geeignet für: DRV-konforme Rehabilitationsnachsorge und Nachsorge im Krankenhaus.

Stärken: Tiefgreifende Spezialisierung auf Telereha, breite klinische Anwendung im Nachsorgebereich, etablierte DRV-Konformität.

Einschränkungen: keine namentliche ORBIS- oder i.s.h.med-Dokumentation, kein öffentlicher FHIR/HL7-Nachweis, ISO 27001 und ISO 13485 nicht öffentlich nachgewiesen.

3. Physiofit – Abrechnung für Privatpraxen, kein Softwareanbieter

Physiofit ist keine Software, sondern eine private Einzelpraxis für Physiotherapie in Frankfurt am Main, die von Kai Ingo Meyer geleitet wird. Der Name taucht in Suchanfragen nach „Physiotherapie-Software“ auf, da die Domain physiofit.de und ähnliche Begriffe leicht mit Plattformnamen verwechselt werden. Für Einkäufer im klinischen Kontext gehört Physiofit daher nicht in dieselbe Bewertungsklasse wie Physitrack Caspar Health.

Das Abrechnungsmodell sorgt für Klarheit. Laut der Website der Praxis rechnet Physiofit ausschließlich privat ab und kann keine Abrechnungen mit den gesetzlichen Krankenkassen vornehmen; die Behandlungskosten sind unmittelbar nach Terminende fällig (physiofit.de). Behandelt werden Privatversicherte, Beihilfeberechtigte, Selbstzahler sowie Fälle der Berufsgenossenschaft. Das Leistungsportfolio umfasst klassische Anwendungen wie Krankengymnastik, manuelle Therapie, Lymphdrainage, PNF und CMD-Therapie bis hin zu Trainings- und Wellness-Angeboten (physiofit.de).

Für die Beschaffungsentscheidung auf dieser Vergleichsseite ist jedoch entscheidend, was nicht vorhanden ist. Physiofit gibt keine ePA-Anbindung, keine FHIR- oder HL7-Schnittstelle und keine Integration mit ORBIS oder i.s.h.med an. Die Website beschreibt einen physischen Behandlungsort, kein Softwareprodukt mit Bereitstellungsmodell oder Unternehmensfunktionen.

Daraus ergibt sich eine klare Konsequenz für Einkäufer von Klinikverbünden. Eine private Praxis ohne Software-Stack durchläuft kein KIS-Ausschreibungsverfahren und erfüllt keines der vier hier geltenden Beschaffungskriterien. Wer „Physiofit“ als möglichen Plattformanbieter in Betracht zieht, kann diese Option an dieser Stelle ausschließen und sich auf den Vergleich der tatsächlichen Softwareplattformen konzentrieren.

4. Wibbi – HEP-Tool mit Schwerpunkt auf den USA, begrenzter Relevanz für Deutschland

Wibbi bietet ein funktional leistungsstarkes Tool für Heimtrainingsprogramme, das jedoch im deutschen Klinikalltag an strukturellen Lücken scheitert. Die Plattform, die 2024 aus Physiotec hervorgegangen ist und ihren Sitz in Montréal hat, verfügt über eine Übungsbibliothek mit mehr als 23.000 Einträgen für Physiotherapie, Neurologie, Orthopädie, Beckenboden und weitere Bereiche. Für die reine Verschreibung von Übungen ist das Angebot breit gefächert und ausgereift.

Die Schwächen für deutsche Einkäufer beginnen bereits bei der Integration. Wibbi dokumentiert über 70 EMR-Anbindungen, doch diese sind ausdrücklich auf den US-Markt beschränkt. Auch das RTM-Abrechnungsmodul funktioniert nur in den USA. Die einzige öffentlich dokumentierte Integration außerhalb der USA, die Anbindung an die britische Praxissoftware Meddbase, beschränkt sich auf eine Single-Sign-On-Weiterleitung mit Übergabe von Vorname, Nachname und E-Mail-Adresse. Eine bidirektionale Datensynchronisation ist nicht belegt.

Für ein deutsches KIS-Ausschreibungsverfahren fehlen die entscheidenden Nachweise vollständig. Wibbi dokumentiert keine Anbindung an ORBIS oder i.s.h.med, keine FHIR- oder HL7-Schnittstelle und keine TI-Konnektivität für die ePA. Ohne dokumentierte FHIR-R4-Kompatibilität scheitert eine Plattform bereits an den Beschaffungsfiltern in klinischen Ausschreibungen, noch bevor andere Stärken überhaupt geprüft werden (gematik-Rahmenwerk und § 341 SGB V). Auch ISO 27001 und ISO 13485 sind in öffentlichen Wibbi-Quellen nicht belegt, und die deutsche Klinik-IT führt diese Zertifikate als strenges Ausschlusskriterium, nicht als Pluspunkt.

Die Sprachunterstützung vergrößert die Lücke. Laut App-Store-Eintrag ist die Patienten-App nur auf Englisch und Französisch verfügbar. Eine deutsche Lokalisierung ist nicht dokumentiert, was die Plattform für die Kommunikation mit deutschsprachigen Patienten ungeeignet macht.

Für wen Wibbi geeignet ist

Wibbi eignet sich für internationale Privatpraxen mit überwiegend US-amerikanischem Patientenstamm, die auf eine umfangreiche Übungsbibliothek und das US-RTM-Abrechnungsmodell angewiesen sind. Für deutsche Krankenhaus-Ambulanzen, Klinikverbünde oder Praxen mit mehreren Standorten, die ePA-Anforderungen erfüllen müssen, ist Wibbi nicht empfehlenswert. Die fehlenden KIS-Nachweise und die fehlende deutsche Lokalisierung schließen die Plattform von Ausschreibungsverfahren mit strengen Interoperabilitäts- und Zertifizierungsanforderungen aus.

Vergleichstabelle: Physiotherapie-Software auf einen Blick

Die folgende Tabelle fasst die belegbaren Fakten zu allen vier Plattformen zusammen. Wo öffentliche Quellen keinen Nachweis liefern, steht „nicht öffentlich dokumentiert“ anstelle einer Vermutung.

Plattform ePA-Kompatibilität FHIR/HL7 ORBIS/i.s.h.med Bereitstellung Am besten geeignet für
Physitrack FHIR/HL7-Interoperabilitätsebene über bestehende KIS, kein DiGA-Status FHIR- und HL7-kompatibel, native Epic-Integration nicht namentlich öffentlich bestätigt Cloud, EU-Hosting, DSGVO-konform Klinikverbund, Krankenhaus-Ambulanz, mehrere Standorte
Caspar Health „nahtlose Integration“ ohne FHIR-Nachweis nicht öffentlich dokumentiert nicht öffentlich dokumentiert nicht öffentlich dokumentiert DRV-konforme Rehabilitationsnachsorge
Physiofit keine (Einzelpraxis, kein Softwareanbieter) keine keine kein Softwareprodukt Behandlung für Selbstzahler in Frankfurt
Wibbi nicht dokumentiert, Fokus auf den US-Markt nicht öffentlich dokumentiert nicht dokumentiert SaaS, EU-Sitz nicht nachgewiesen Internationale Praxen mit einem Patientenstamm aus den USA

Physitrack die einzige Plattform, die über öffentlich nachweisbare ISO-27001- und ISO-13485-Zertifikate sowie eine CE-Kennzeichnung verfügt. Bei den drei übrigen Anbietern fehlt dieser Nachweis in den öffentlichen Quellen, was sie von deutschen Ausschreibungen im Bereich Klinik-IT mit strengen Zertifizierungsanforderungen ausschließt.

Fazit: Welche Plattform passt zu welchem Käufer?

Welche Plattform geeignet ist, hängt vom jeweiligen Anwendungsfall ab, nicht allein vom Funktionsumfang. Für Klinikverbünde und Krankenhaus-Ambulanzen mit strengen Anforderungen bei KIS-Ausschreibungen empfehlen wir Physitrack. Die Plattform ist nach ISO 27001 und ISO 13485 zertifiziert, verfügt über eine CE-Kennzeichnung, dokumentiert eine Epic-Integration und positioniert sich als FHIR- und HL7-kompatible Interoperabilitätsebene über bestehenden Systemen.

Für eine DRV-konforme Rehabilitationsnachsorge bleibt Caspar Health mit über 260 Kliniken und 350.000 behandelten Patienten die spezialisiertere Wahl, allerdings ohne öffentlich nachgewiesene ISO-Zertifizierungen oder eine namentlich genannte KIS-Anbindung. Internationale Praxen ohne deutsche KIS-Anforderungen können Wibbi als HEP-Tool in Betracht ziehen, sollten jedoch den US-Fokus der EMR-Integrationen und der RTM-Abrechnung berücksichtigen.

Käufer mit mehreren Standorten, für die die ePA-Pflicht gilt, treffen mit Physitrack die sicherste Wahl, da die Plattform alle vier Beschaffungskriterien dokumentiert und nachweist. Den nächsten Schritt klären Sie am schnellsten direkt mit dem Vertrieb. Sprechen Sie mit dem Physitrack und lassen Sie die FHIR-Interoperabilität sowie die Unternehmenslizenzmodelle für Ihre Standorte konkret prüfen.

Methodik

Dieser Vergleich bewertet die Plattformen anhand von vier Beschaffungskriterien aus deutschen Ausschreibungen für Klinik-IT: ePA-Integrationstiefe, klinische Dokumentation, Skalierbarkeit über mehrere Standorte hinweg und ISO-Zertifizierungen.

Die Faktenbasis stützt sich auf drei Arten von Quellen: öffentliche Produktdokumentationen der Anbieter, Herstellerangaben auf den jeweiligen Websites und die regulatorischen Rahmenbedingungen der gematik zur Telematikinfrastruktur und zu FHIR R4. Die Anforderung zur Anbindung an das ePA leitet sich aus § 341 SGB V ab.

Bei mehreren Anbietern lassen sich zentrale Nachweise in öffentlichen Quellen nicht bestätigen. Für Caspar Health, Wibbi und Physiofit fehlen dokumentierte ORBIS- oder i.s.h.med-Anbindungen sowie öffentlich nachgewiesene ISO-Zertifikate. Solche Lücken kennzeichnen wir in der Vergleichstabelle als „nicht öffentlich dokumentiert“, anstatt sie wegzulassen oder zu interpretieren. Einkäufer sollten fehlende Nachweise im Ausschreibungsverfahren direkt beim Anbieter anfordern, bevor ein Vertrag geschlossen wird.

Häufig gestellte Fragen (FAQ)

Welche Plattformen sind FHIR R4-kompatibel?

FHIR R4 ist der von gematik festgelegte Interoperabilitätsstandard für den Datenaustausch über die ePA. Physitrack eine FHIR- und HL7-kompatible Interoperabilitätsebene sowie eine native Epic-Integration. Bei Caspar Health, Wibbi und Physiofit ist eine FHIR-R4-Schnittstelle in den öffentlichen Quellen nicht dokumentiert.

Was ist der Unterschied zwischen ePA-Integration und DiGA-Status?

Die ePA-Integration beschreibt, ob eine Plattform Patientendaten strukturiert über die Telematikinfrastruktur austauschen kann, wie in § 341 SGB V geregelt. Der DiGA-Status hingegen bezeichnet die Aufnahme in das BfArM-Verzeichnis mit Erstattungsanspruch gemäß § 139e SGB V. Physitrack eine ePA-fähige Interoperabilitätsebene, hat jedoch keinen DiGA-Status und ist nicht im BfArM-Verzeichnis aufgeführt.

Welche Software eignet sich für ORBIS-Klinikum-Umgebungen?

ORBIS und i.s.h.med sind die beiden Krankenhausinformationssysteme, für die deutsche Einkäufer konkrete Nachweise zur Konnektivität verlangen. Physitrack sich als FHIR/HL7-kompatible Ebene über bestehenden KIS, nennt ORBIS und i.s.h.med in den öffentlichen Quellen jedoch nicht ausdrücklich. Sie sollten diesen Punkt im Beschaffungsgespräch direkt klären, da die Einkäufer schriftliche Nachweise anstelle allgemeiner Integrationsformulierungen erwarten.

Ist Physitrack DiGA-Status in Deutschland zugelassen?

Physitrack als CE-gekennzeichnetes Medizinprodukt eingestuft und darf in Deutschland auch ohne DiGA-Status eingesetzt werden. Der fehlende DiGA-Eintrag bedeutet lediglich, dass kein Erstattungsanspruch gemäß § 139e SGB V besteht, nicht jedoch, dass die Plattform nicht genutzt werden darf. Für Klinikverbünde und Krankenhausambulanzen ist die Zertifizierung nach ISO 27001 und ISO 13485 in der Regel das entscheidende Kriterium.

Was kostet Physitrack ein Klinikverbund-Konto?

Physitrack keine festen Preise für Unternehmenskunden, da die Lizenzkosten von der Anzahl der Standorte, der Lizenzstufe und dem Supportumfang abhängen. Der Online-ROI-Rechner deckt bis zu 34 Lizenzen ab. Für größere Teams erstellt das Vertriebsteam ein individuelles Angebot, das einen dedizierten Customer Success Manager und bei mehr als 20 Lizenzen einen 24/7-WhatsApp-Support umfasst. Ein konkretes Angebot erhalten Sie über das „Talk-to-Sales“-Formular.

Kevin Kaminyar
Leiter Wachstum weltweit